Der Verursacher der Katzenseuche ist das feline Parvovirus. Parvoviren sind kleine, unbehüllte DNA-Viren mit einem Durchmesser von 18 - 22 nm. Andere Quellen beschreiben das feline Parvovirus auch mit einer Größe bis 26 nm. 1 nm = 1 Nanometer = 0,000001 mm. Parvoviren sind sehr resistent gegenüber extremen pH Werten. Das bedeutet selbst Säuren oder Laugen können ihnen nichts anhaben. Auch der Hitze können sie trotzen (z.B. 80° C für 10 min). Allerdings sind wenigstens Natriumhypochlorit, Formaldehyd und Glutaraldehyd gegen das Virus wirksam.
Die Aufnahme des Virus erfolgt über die Atemwege oder dem Verdauungstrakt. Quellen sind mit Viren verseuchte Gegenstände, wie Futter, Kot, Erbrochenes, Nasensekret und Urin. Auch der Mensch kommt als Überträger in Frage. Da das Virus in der Umwelt sehr lange überlebt, bei Raumtemperatur zum Beispiel über ein Jahr, können die infektiösen Partikel mit den Händen und Schuhen verschleppt werden. Besonders gefährdet sind Jungtiere im Alter von sechs Wochen bis etwa vier Monaten. Die Inkubationszeit beträgt laut Clinipharm vier bis sechs Tage, andere Quellen geben auch zwei bis zehn Tage an.
Da die Parvoviren verschiedene Organe befallen, können daher auch die Symptome sehr verschieden sein. Die Erkrankung beginnt häufig mit Mattigkeit, Lustlosigkeit und der Reduzierung des Appetits. Diese Phase wird mit Fieber höher als 40°C begleitet. Danach folgen meist Erbrechen und später sehr schwere Durchfälle. Kleine Kätzchen bekommen auch eine Herzmuskelentzündung. Beschrieben werden drei Verlaufsformen:
Das Virus kann mittels Elektronenmikroskop, PCR oder ELISA im Kot nachgewiesen werden. Allerdings bedeutet kein Nachweis von Parvoviren im Kot nicht, dass die Katze nicht an Panleukopenie erkrankt ist, da das Virus nicht immer ausgeschieden wird. In Dünndarm- und Milzproben mittels Fluoreszenznachweis nachgewiesene Antikörper sind hingegen ein sicheres Indiz. Ergänzend werden noch Blutuntersuchungen gemacht. Zu bedenken ist auch, dass Tests positiv sein können, wenn kurz zuvor gegen Katzenseuche geimpft wurde.
Gehen sie auf jeden Fall zum Tierarzt!
Bei der Katzenseuche ist es absolut wichtig sofortigst mit einer Behandlung zu beginnen. Vorrangig sind die schweren Flüssigkeitsverluste durch Erbrechen und Durchfall mit Infusionen zu ersetzen. Die Katze sollte von anderen Katzen isoliert werden. Da die Leukozytenzahl im Blut sehr stark abnimmt, werden auch Antibiotika verabreicht um Sekundärinfektionen durch Bakterien zu verhindern.
Der beste Schutz gegen eine Erkrankung bietet die Impfung. Die erste Impfung sollte in der achten bis neunten Lebenswoche erfolgen. Die zweite Impfung wird drei bis vier Wochen später verabreicht. Neueren Studien zu Folge kann ein hoher Wert bei den maternalen Antikörpern des Kittens die Impfung inaktivieren. Maternal bedeutet "von der Mutter". Die Antikörper der Mutterkatze deaktivieren die mit der Impfung verabreichten Parvoviren. Daher kann das Immunsystem des Kittens keine Gedächtniszellen aufbauen. Aus diesem Grund wird neuerdings empfohlen im vierten Lebensmonat eine dritte Impfung zu verabreichen. Danach muss nur noch aufgefrischt werden.
Wikipedia, CliniPharm - CliniTox, Virbac, Tierarzt - Ordinationsgemeinschaft Kitzweger & Enders, Vet Magazin, Tierklinik Döbling, The European Advisory Board on Cat Diseases, Dr. Meyer.
Der Artikel wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt.
Martin
Burtscher, 03.11.2007