Die Pyruvat Kinase Defizienz ist eine hämolytische Anämie, welche bei den Katzenrassen Somali und Abbesinier auftritt. Da in früheren Jahren bei den Bengalen Abbesinier eingekreuzt wurden, ist diese Rasse auch betroffen. Durch einen Gendefekt fehlt das Enzym Pyruvat-Kinase, welches für die Energiegewinnung der Erythrozyten (rote Blutkörperchen) wichtig ist. Dadurch ist die Lebensdauer der roten Blutkörperchen stark verkürzt und es entsteht eine Anämie. Die roten Blutkörperchen sind für den Transport von Sauerstoff und Kohlendioxid verantwortlich.
Durch die Anämie betroffene Tiere sind matt, schwach und müde. Die Schleimhäute sind blass. Schwere Fälle können auch eine Gelbsucht mit Fieber entwickeln. Gelegentlich ist auch eine vergrößerte Milz tastbar.
Für die Katzenrassen Somali, Abessinier und Bengal gibt es erfreulicherweise einen spezifischen Gentest mit dem rasch und sicher eine Veranlagung festgestellt werden kann. Untersucht wird genetisches Material aus einem Backenabstrich oder EDTA-Blut. Die Testergebnisse sehen folgendermaßen aus:
Eine spezifische Therapie für erkrankte Tiere gibt es zur Zeit noch nicht. Allerdings wird bei erkrankten Tieren in manchen Fachartikeln von einer Entfernung der Milz gesprochen. In Verbindung mit einer Bluttransfusion und medikamentösen Behandlungen haben Katzen die Erkrankung längere Zeit überlebt. Sprechen sie darüber mit ihrem Tierarzt. Interessant ist dazu auch die Dissertation von Frau Doktor Fumi. Der Link zur Dissertation findet sich weiter unten.
Die Erkrankung ist nicht ansteckend. Sie wird über die Elterntiere vererbt. Der beste Schutz ist daher die Zucht mit gesunden (N/N) Tieren. Eine Abbildung der Vererbungsganges findet sich auf der Website von fabcats.org. Der Link dazu findet sich weiter unten.
Laboklin, Veterinary Genetics Laboratory, Feline Advisory Bureau.
Der Artikel wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt.
Martin
Burtscher, 24.07.2011