Tritrichomonas Foetus ist ein parasitisch lebender Einzeller mit Geißeln zur Fortbewegung.
Trichomonaden besitzen drei Geißeln am Vorderende und eine Geißel am Hinterende. Im Gegensatz zu den Giardien besitzen
Trichomonaden nur einen Zellkern.
Die Infektion erfolgt orofäkal, sprich Oral - über das Maul und in Verbindung mit Trichomonaden verseuchtem Kot oder Kotpartikel. Auch mit Kot verunreinigte Gegenstände kommen in Betracht. Allerdings ist Tritrichomonas Foetus im trockenen und an der Luft (verträgt keinen Sauerstoff) bei weitem nicht so überlebensfähig wie Giardien. Trichomonaden bilden keine Zysten daher genügen durchschnittliche Hygienemaßnahmen (saubere und trockene Flächen, 60° Waschgang für Wäsche) vollkommen. Außerhalb des Körpers der Katze kann Trich nur etwa eine Stunde überleben, in feuchtem Stuhl etliche Tage.
Auffallend ist ein übelriechender Durchfall mit Schleim- und eventuell auch mit Blutbeimengungen, welcher sich bei der Gabe von Antibiotika bessert, aber nach dem Absetzen sofort wiederkehrt.
Meistens sind jüngere Katzen betroffen.
Wer zu Hause ein Mikroskop hat, kann selbst etwas frischen Stuhl oder Schleim auf einen Objektträger geben und es bei einer
20er oder 40er Vergrößerung betrachten. Bei starkem Befall sind die sich bewegenden Einzeller gut zu sehen und auch sehr gut von Giardia zu unterscheiden.
[ Video Tritrich und Giardia durch Mikroskop - Format QuickTime ]
Die weit aus sensitivste Methode ist die Diagnose mittels Polymerase-Kettenreaktion, kurz PCR. Es wird hierbei das mittels einer frischen Stuhlprobe zur Verfügung gestellte genetische Material vermehrt und analysiert.
Das einzige zur Zeit bekannte wirksame Medikament ist Ronidazol. Bestellen sie die benötigte Menge über ihre Apotheke und lassen sie es gleich richtig dosiert in Kapseln abfüllen.
Ronidazol ist recht gesundheitsschädlich (Nitroimidazole besitzen ein genotoxisches und kanzerogenes Wirkungspotential), daher sollten sie beim Reinigen der Katzentoilette den Staub nicht einatmen und sich danach die Hände waschen. Auch bei der Eingabe der Kapseln sollten sie eine entsprechende Sorgfalt walten lassen. Siehe dazu auch die weiter führenden Links zu Ronidazol und Gookin Jody.
Die Übertragung auf den Menschen ist nur bei Personen mit geschwächtem Immunsystem vorgekommen.
Laboklin, CliniPharm - CliniTox,
Der Artikel wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt.
Martin
Burtscher, 28.07.2011